Törnvorschlag Istrien (Westküste)

Viele Crews zieht es in die südliche Inselwelt, aber auch die Istrische Westküste hat (insbesondere bei Boralage) ihren Reiz.

Die Westseite der istrischen Halbinsel erstreckt sich über etwa 60 Meilen. Die Küste ist flach und hat im Vergleich zum südlichen Kroatien weniger vorgelagerte Inseln, die sich als Ziele eignen.


1. Portic

Der Nationalpark Kamenjak am Südlichsten Zipfel der istrischen Halbinsel hat genau das, was im Revier sonst schwer zu finden ist: 3 einsame und unbebaute Buchten. Eine davon ist die etwa 600 Meter tief ins Land einschneidende Bucht Portic auf der Ostseite. Wer in dem unbewohnten Park, der bis zur kleinen Ortschaft Premantura reicht und für den landseitig sogar Eintritt verlangt wird, herumstreift, kann noch viele versteckte und entsprechend wenig besuchte Badeplätze finden – zumindest in der Nebensaison. Vorsicht bei der Passage zwischen dem Südwestkap der Halbinsel und dem Inselchen Fenoliga: Bei viel Wind wird es hier rau!

2. Mali Brijun

Neben dem Haupthafen Veli Brijun ist dies seit 2005 die einzig erlaubte Anlegestelle im Nationalpark Brionische Inseln. An zwei alten Betonpiers und Moorings finden etwa ein Dutzend Schiffe Platz, Ankern ist verboten. Es werden die gleichen hohen Liegegebühren wie in Veli Brjiun fällig (je nach Saison bis 250,- Euro für Schiffe bis 15 Meter). Im Preis enthalten sind Museums-, Safaripark- und Nationalparkeintritt für die Crew. Am besten, man besucht beide Orte innerhalb der 24 Stunden, in denen das Ticket gültig ist.

3. Rovinj

Die wahrscheinlich schönste Stadt Istriens – einen Vergleich mit berühmten kroatischen Perlen der Adria, wie Hvar oder Korcula im Süden, braucht dieser malerische Ort nicht zu scheuen. Die kostengünstigen Liegeplätze an der Nordseite der Altstadt sind häufig belegt und werden bei nördlichen Winden schnell unruhig. Die meisten Liegeplätze bietet die ACI-Marina etwas abseits der Stadt. Alternative: Von der Ankerbucht Lon ist es zu Fuß nicht weit ins Zentrum.

4. Vrsar

Der kleine Ort ist eine beschauliche Alternative zum Stopp im ebenfalls reizvollen, aber oft etwas hektischen Porec. Perfekt geschützt hinter der vorgelagerten Halbinsel liegt die recht neue Marina Vrsar. Der Service ist sehr gut, auf der großen Terrasse des Hafens im ersten Stock sitzt man gemütlich. Den Reiz des kleinen Ortes macht aber sein Zentrum auf dem Berg aus. Steil ansteigende Gassen führen hinauf zur Kirche, von deren Glockenturm Besucher einen grandiosen Blick über die ganze Bucht und die Inseln genießen können.

5. Piran (Slovenien)

Der Grenzübertritt sollte nicht davon abhalten, eine der schönsten Küstenstädte der Nordadria zu besuchen. Hier, genau wie in den kroatischen Häfen, gibt es eine Zollpier, der Papierkram ist schnell und unbürokratisch erledigt. Direkt hinter der Hafenmole beginnt die Uferpromenade mit schmucken venezianischen Häusern auf der einen, Badeplätzen mit betonierten Liegeflächen auf der anderen Seite.


Daten und Fakten:

Navigation & Seemannschaften

Vor der Küste liegen eine Reihe Felsen und kleine Eilande, die eine aufmerksame Navigation erfordern. Der Tidenhub ist in der Nordadria größer als im Süden und kann bei Springtiden schon mal einen Meter betragen. Insbesondere in Durchfahrten und an Kaps können die üblichen maximalen Strömungen von 0,5 Knoten dann deutlich überschritten werden.


Wind & Wetter

In den Sommermonaten schwachwindig bei Temperaturen von teils über 30 Grad. In der Nebensaison ist das Wetter wechselhafter, es gibt mehr Wind und deutlich mehr Niederschlag.


Häfen & Ankerplätze

Ein dichtes Hafennetz erleichtert die Törnplanung. In der Hochsaison wird es voll. Die Liegeplätze an den preiswerten Stadtpiers sind dann meist belegt. In Marinas für ein 45-Fuß-Schiff etwa € 70,- Liegegeld einplanen, nicht alle unterscheiden zwischen Hoch- und Nebensaison. Reichlich Ankerplätze, bei starkem Westwind wird die Auswahl jedoch knapp.

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