Törnbericht Kroatien aus Sicht des Flottillenführers

Ein Törnbericht aus der Sicht des Flottillenführers Christian Zaloudek zur Sarres-Schockemöhle Flottille in Kroatien.

Haben wir auch wirklich an alles gedacht? Mit diesen Gedanken lasse ich mich ins Bett fallen und werde gefühlte 10 Minuten später mit einem unüberhörbaren „DringDring“  unsanft aus meinen Träumen geholt und vor vollendete Tatsachen gestellt. Es ist 02:00 Uhr. Kann das sein? Wer bin ich, Wo bin ich? Wenn einer eine Reise tut, dann kann er was erleben schießt es mir durch den Kopf.. Also raus aus den Federn, ab unter die Dusche und versuchen die Gedanken zu sammeln.

Der erste Kaffee sitzt wie eine 10 beim Bogenschießen oder ein Bulleye beim Dart. Unser Sohn Gerrit (knapp 5 Jahre alt) nimmt die Sache locker und freut sich. Ihm merkt man den fehlenden Schlaf am wenigsten an. Werden wir alt? Unser Mitsegler Achim fährt vor, Gepäck wir umgeladen und los geht’s zum Flughafen Köln. Die Fahrt ist entspannt und nach knapp 60 Minuten erreichen wir den Abflugterminal. Ich schmeiße die Familie und Achim mit dem Gepäck raus und fahre zum günstigen Parkhaus 3. Hier kostet die Woche nur 37,-€. Am Parkhaus angekommen erwartet mich eine Schlange? Haben Sie reserviert, werde ich gefragt. Nein, warum? Das Parkhaus ist voll, also muss ich zum P 2. Hier liegen die Parkgebühren bei 99,-€/Woche. Auch nicht schlecht, aber eine Alternative bietet unser Zeitfenster nicht. So gilt die alte Zockerregel: Zahlen und fröhlich sein.

Nun gilt es positiv zu denken. Der Weg zum Terminal ist nun deutlich kürzer, Frau und Kind, die nach einer Woche wieder zurückfliegen, haben es auch nicht so weit. Am Schalter der German Wings läuft alles entspannt ab und der Flug nach Zadar ist kurzweilig. Gerrit nutzt die Zeit und holt noch ein bisschen Schlaf nach. Das Gepäck ist schnell gefunden und der bestellte Taxifahrer bringt uns zügig in nur 20 Minuten zur Marina Biograd. Es ist gerade mal 08:30 Uhr als wir am Steg ankommen und in die Sonne blinzeln. Ein kurzes Hallo im Büro wird mit einer positiven Nachricht beantwortet. Unsere Yacht, eine Elan 340 mit dem schönen Namen „Juliet“ ist schon fast bezugsfertig. So gehen wir entspannt und froh gelaunt zum Restaurant „Guste“ und gönnen uns für 29,- Kuna (umgerechnet 4,-€) ein Frühstück mit Spiegelei und Schinken. So fühlt sich Urlaub an!

Achim, Anke und Gerrit beginnen gut gestärkt den Einkaufsmarathon und ich übernehme den Check-In der Yacht. Die Elan macht einen sehr guten Eindruck und alles ist an seinem Platz. Bereits um 13 Uhr sind wir fertig und zur Abreise bereit.

Was erwartet uns in den nächsten Tagen? Wir werden eine Flottille von 7 Yachten (1. Woche) und 10 Yachten in der zweiten Woche zu den Krka Wasserfällen und durch die Inselwelt der Kornaten führen und begleiten. Die Teilnehmer kommen aus ganz Deutschland und eine Crew aus der Schweiz. Mit dabei sind viele Kinder, die es zu bespaßen gilt. Diese Art von Familienflottillen bieten wir (Sarres-Schockemöhle Yachting GmbH –www.sarres.de-) seit vielen Jahren an. Zeitgleich haben wir noch eine Flottille in Split. Soweit die Eckdaten.

Nach und nach trudeln im Tagesverlauf die Teilnehmer ein, übernehmen die Yachten, gehen einkaufen und versuchen sich von Ihrem Anreisestress zu erholen.

 

Sonntag

Wetter: Sonnig, bis 35 Grad, Wind aus NW 2-3 bft.

Um 09:30 Uhr treffen wir uns zum ersten gemeinsamen Skippertreffen. Nach einem kurzen Kennenlernen besprechen wir die Tagesroute, die uns Richtung Süden zur Marina Jesera an der Südspitze von Murter führen wird. Alle sind wohlgelaunt, halbwegs ausgeschlafen und gespannt.

Was sind eigentlich die Beweggründe, um an einer Flottille teilzunehmen? Einige suchen den Schutz und die Sicherheit in der Gruppe, andere freuen sich über Spielgefährten für Ihre Kinder. Nach dem Motto: Sind die Kinder zufrieden, sind es die Eltern auch. Wie auch immer, der Flottillenführer ist hier gefragt, beide Gruppen mit Hinweisen zum Revier zu versorgen, Hilfestellung beim An- und Ablegen zu geben, Liegeplätze zu reservieren und für Fragen zur Verfügung zu stehen. Bei vielen Kindern, ist er wohl auch ein bisschen die „Supernanny“, gleich einem Hotelanimateur im ersten Lehrjahr.

Mit achterlichem Wind, der im Tagesverlauf auf hoch am Wind dreht, erreichen wir am frühen Nachmittag Jesera. Einige Crews nutzen die Zeit vor dem Einlaufen noch zu einem Badestop in einer nahegelegenen Ankerbucht. Abends geht es zum gemeinsamen Abendessen in die Konoba „Kotribara“. Auf dem Weg dorthin kommen wir bei den Fischern vorbei, die gerade einen grossen Thunfisch von ca. 2,2m Länge ausladen.

 

Montag

Wetter: Sonnig, bis 35 Grad, Wind aus NW-W 2-3 bft.

Nach dem Skippertreffen geht es um 10 Uhr los Richtung Krkafluss. Bis zur Mündung bei Sibenik können wir wunderbar segeln. Den Flussverlauf erledigen wir unter Maschine. Kurz vor Skradin machen wir im großen See noch einen Badestop vor Anker. Es ist herrlich, in dem warmen Flusswasser zu baden. Die Jugend entdeckt die Beiboote mit Außenborder und leisten sich Rennen. Um 15 Uhr liegen wir dann alle in der ausgebuchten Marina und haben Zeit mit den Taxibooten zu dem Nationalpark Krka zu fahren und die Wasserfälle auzuschauen. Da wir sie schon mehrfach gesehen haben, entschließen wir uns zu einem Rundgang durch den schönen Ort Skradin. Abends essen wir gut und günstig in einer Pizzaria.

 

Dienstag

Wetter: Sonnig bis 38 Grad, Wind aus SW. Es riecht nach Gewitter. Schwül, warm.

Der Wetterbericht mit seinen angekündigten Gewittern ist das Hauptthema bei dem Skippermeeting. Wir planen kurzerhand um und tauschen die nächsten zwei Tage. Eigentlich wollten wir heute in eine Ankerbucht, draußen in den Kornaten. Nun reservieren wir Plätze in Zlarin, im Hauptort auf der gleichnamigen Insel. Hier gibt es keinen Pauschaltourismus und wir teilen uns die kleine Hafenmole mit der mehrmals am Tag verkehrenden Fähre, die den Ort mit der Außenwelt verbindet. Hier in Zlarin scheint die Zeit stehengeblieben zu sein. Im Ort gibt es einen Spielplatz mit Bolzplatz und einer Bogiabahn, wo sich abends die Dorfältesten zu einem Spiel verabreden. Genau gegenüber essen wir in der Konoba „Ivana“ vorzüglich. Zu später Stunde treffen sich die Crews noch zu einem Absacker mit Rotwein aus einem Kanister, den wir in Biograd von einem Winzer erworben haben. Ein gutes, aber auch schweres Tröpfchen.

 

Mittwoch

Wetter: Gewitter, Starkwind. Sonne-/ Wolkenmix bis 30 Grad.

Um 05:20 Uhr tobt ein Gewitter über uns. Tiefziehende schwarze Wolken, warmer Regen und ein kräftiger Wind fallen über Zlarin her. Im Gewitter und danach dreht der Wind auf NW und lässt ein bisschen Dünung in den Hafen laufen. Die Yachten tanzen am Steg. So wurden wir unsanft geweckt und genießen den ersten Kaffee des Tages auf der Pier. Um 9 Uhr ist das Gewitter vorbei und wir diskutieren in der Skipperrunde im Cafe den Tagesverlauf. Eigentlich bin ich davon ausgegangen, das wir uns bei den angesagten 4-5 bft. weiter Richtung Kakan, Kaprije verholen, um uns eine Ankerbucht zu suchen. Doch die Teilnehmer sind sich schnell einig, dass es im Sinne der Familien ist, einen Hafentag in Zlarin einzulegen. Schließlich gibt es schlimmere Orte auf der Welt, um „eingeweht“ zu werden. Eine gute Entscheidung, denn der Wind frischt im Tagesverlauf noch weiter auf und blässt nun im Mittel mit 5-6 bft. aus WNW. Wir liegen in Abdeckung geschützt und genießen den Tag mit Schwimmen im gegenüber liegenden Naturschwimmbad.

 

Donnerstag

Wetter: Sonnig, bis 32 Grad, Wind aus NW 3 bft.

Die Schwüle ist weggeblasen und die Sonne übernimmt wieder das Kommando. Heute geht es Richtung Norden zur Marina Hramina an der Nordspitze von Murter. Eine erstklassige Marina mit jedem erdenklichen Luxus. Eine Wäscherei, einem klimatisierten Yachtclub und einem Sanitärgebäude mit Musikbeschallung. Es wird ein toller Segeltag, der für den Hafentag entschädigt. Von Beginn an können wir hoch am Wind segeln und holen erst in der Durchfahrt zur Marina die Segel weg. Alle Yachten finden nebeneinander Platz an der Pier. Abends treffen sich die Crews am Marktplatz wieder, wo heute ein Stadtfest die Nacht zum Tag macht. Nach der Beschaulichkeit und Ruhe von Zlarin, insbesondere für die Jugend, eine dankbare Alternative.

 

Freitag

Wetter: Sonnig, bis 32 Grad, Wind aus NW-N 3-4 bft.

Wir legen um 10:30 Uhr ab und verabreden uns in einer nahegelegenen Ankerbucht. Ausgiebiges Baden und Planschen ist angesagt. Wir genießen den Vormittag und Mittag zum Relaxen, bevor es heißt: Segel auf, Kurs Nord und zurück nach Biograd. Ein gleichmässiger Wind bringt uns gegenan nach Biograd. Zwei, drei Holeschläge und wir stehen nach 3 Stunden vor der Hafeneinfahrt. Ein genialer Segeltag geht zu Ende. Drei Crews bleiben draußen auf den Inseln, die wir am Sonntag mit den „Neuen“ Teilnehmern wieder sehen werden. Für alle anderen heißt es nun, Taschen packen, Yachten übergeben und nach dem gemeinsamen Abschiedsessen so langsam an Daheim denken. Anke und Gerrit müssen früh ins Bett, da sie morgen früh um 05:00 Uhr aufstehen und zum Flughafen müssen. Ich genehmige mir mit Achim an der Promenade noch einen Absacker.

 

Samstag

Wetter: Stark bewölkt, Regenschauer.

Um 06:00 Uhr begleite ich Anke und Gerrit zum Taxi. Abschied tut weh. Aber die Beiden erwarten zwei weitere Wochen Urlaub mit den Schwiegereltern in Holland. Für Achim und mich beginnt nun alleine an Bord, eine entspanntere Zeit, denn die Familie forderte natürlich neben den Teilnehmern auch ihre Zeit. So wollte Gerrit wann immer es geht z.B. Beiboot fahren. Achim kann das schon alleine J!

Wir beschließen zum Frühstück bei „Guste“ aufzuschlagen. Danach erledigen wir noch ein paar Einkäufe und vertreiben uns die Zeit ganz entspannt in Biograd. Gegen Nachmittag kommen die Teilnehmer der zweiten Woche und das Spiel beginnt von vorne. Diese Woche sind es 10 Yachten mit insgesamt 43 Teilnehmern. Die Route führt uns nun durch die Inselwelt der Kornaten. Mal sehen was das Wetter so bringt denke ich, als ich in die Koje sinke.

 

Sonntag

Wetter: Sonnig mit durchziehender Bewölkung. 32 Grad, Wind aus NW-N 3-4 bft.

09:30 Uhr Skipperbesprechung und kleine Kennenlernrunde, für diejenigen, die sich am Vorabend noch nicht gesehen haben. Heute geht es nach Zut in die ACI-Marina. Bei nördlichen Winden wird es eine schöne Kreuz. Das Wetter hält, nur am Festland sind dicke Haufenwolken zu erkennen. Einheimische sprechen bereits von einer aufkommenden Bora. Das wiederrum wäre nicht so schön, denn Bora bedeutet Starkwind aus SE und dafür ist die Marina Zut nicht ideal. Wie immer sind die Liegeplätze reserviert und die Hafenmitarbeiter freundlich und hilfsbereit. Zwischen dem langen Steg und dem Ufer ist ein Naturschwimmbad, was von den Teilnehmern ausgiebig genutzt wird. Wasserball, Synchronspringen vom Steg und eine lockere Kennenlernrunde mit den bereits beschriebenen Weinkanistern steht an. Es wird ein kurzweiliger Nachmittag und viele Crews treffen sich im Restaurant der Marina wieder. Wie wird doch noch gleich der beliebte Kräuterschnaps geschrieben? Trevaritza? Hvala, Molim…

 

Montag

Wetter: Viel Sonne mit einigen durchziehenden Wolkenfeldern. Bis 35 Grad. Wind

2-3 aus NW-W.

Immer noch liegt ein Tief über der Adria, welches sich nur sehr langsam verlagert. Aber wir sind Glückskinder und sollen es auch bis zum Ende der Woche bleiben, denn so richtig schlecht war es eigentlich nie. Wir hatten immer schönen Wind zum Segeln und die ein oder andere Wolkenfront hatte auch was kühlendes, bei immer noch 30 Grad.

Heute liegt ein entspannter Tag mit 18 Seemeilen durch die Inselwelt der Kornaten vor uns. Hunderte kleiner Inseln gilt es zu durchfahren und dabei stets aufmerksam zu sein, um keine Klippe zu übersehen. Dies war dann auch das Hauptthema bei der morgendlichen Skipperbesprechung im Cafe der Marina.

Da es in Piskera keine Probleme gibt Liegeplätze zu reservieren, gab es für die Flotte auch keine Zeitvorgabe zum Einlaufen und somit auch keinen Zeitdruck. Das Wetter hielt und am Abend haben wir dann hinter unserem Steg zwei Beiboote vor Anker gelegt, die als Tore für unser Wasserballturnier dienten. Zum Glück habe ich immer gelbe und rote Caps mit, die die Mannschaften kennzeichnen. Nach dem Warmmachen 2 x 5 Minuten Spielzeit. Uff. Im Tiefwasser eine ganz schön lange Zeit. Die Rotmützen gewinnen 9 zu 8! Am Steg gab es dann noch eine hochverdiente Siegerehrung mit Ehrenmedallien für alle Spieler. Wer hat denn nur schon wieder einen Weinkanister auf den Stromkasten gestellt?

 

Dienstag

Wetter: Sonne mit leichter Bewölkung. Bis 34 Grad. Wind NW-N 2-3 bft.

Heute starten wir wieder Kurs Nord durch die Inselwelt Kornati mit dem Tagesziel, dem Nationalpark „Telascica“ auf der Insel Dugi Otok. Hier gibt es Bojenfelder, die man nutzen kann. Die Gebühr dafür wird abends von den Rangern kassiert. 60,- Kuna (8,50€/Person). Kinder sind ausgenommen. Jede Yacht findet schließlich eine freie Boje und so liegen wir sicher und geschützt im Nationalpark. Einige fahren an Land und besichtigen den Silbersee (Salzsee) und die Steilfelsen. Ein Großteil der Jugend übt sich im Beiboot fahren, andere Relaxen und Schwimmen. Was aber alle vereint, ist die Not an Bord zu kochen. So liegt abends ein Duft von Knoblauch und Kräutern in der Luft. Highlight des Abends: Wir haben Neumond. Die fehlende Fremdbeleuchtung beschert uns einen atemberaubenden Sternenhimmel. Ich glaube Alf und ET gesehen zu haben. Ob es an dem Weinkanister lag? Egal!

 

Mittwoch

Wetter: Sonne mit leichter Bewölkung. Bis 35 Grad. Wind SW 2 bft.

Der Wind hat gedreht. Über Kanal 16 hören wir eine Wetterwarnung für die Mitteladria. Zum Nachmittag sind heftige Gewitter mit Starkwind gemeldet. Schnell werden alle Yachten in unserer Funkrunde auf Kanal 72 informiert. Nur die „Leonardo II“ krieg ich nicht zu fassen. Heute geht es mit schwachem, aber achterlichem Wind Kurs Nord zur Insel Iz. Im kleinen und wunderschönen Hafen Veli Iz habe ich Liegeplätze reserviert. Bei dem gemeldeten Wetter wollen wir kein Risiko eingehen und über Nacht sicher liegen. Veli Iz ist ein kleiner, uriger Ort, der vom Pauschaltourismus verschont wurde. Die Marina verfügt nur über 45 Liegeplätze. 10 davon sind für uns. Die Wolkenformationen werden immer bedrohlicher und so sind alle Teilnehmer bis 16 Uhr in der Marina angekommen. Die Eisdiele wird geplündert, die Dorfjugend auf dem Bolzplatz herausgefordert und abends wird das bekannte Restaurant „Mandrac“ heimgesucht. Auf zwei Yachten wird es spät, da dort jeweils ein Geburtstagskind reinfeiert.

 

Donnerstag

Wetter: Bewölkung mit sonnigen Abschnitten bis zum Mittag, danach Aufklarung mit viel Sonne. Bis 35 Grad. Wind NW-N am Vormittag 4-5 bft. Nachmittags 3 bft.

Über Nacht kam das Gewitter mit Regen und Wind. Am Morgen zeigt sich aber schon wieder die Sonne durch einzelne Wolkenlücken. Draußen erwarten uns 20-23 Knoten Wind. Wir kreuzen gegenan zur Nordspitze von Ugljan, die wir gegen Mittag erreichen. Ab hier geht es bei achterlichem Wind Kurs Süd. Segeln kann soooo schön sein! Unser Tagesziel heißt Preko. Eigentlich mein Lieblingshafen in der Ecke um Zadar/Biograd. Preko ist ein kleines Dorf mit einem neuen, kleinen Hafen. Tolle sanitäre Einrichtungen mit Sitzecke und Zeitschriften, falls man mal auf eine freiwerdende Dusche warten muss. Dazu Musik! Genial. Direkt neben der Marina ein Naturschwimmbad mit Kiesstrand. Im Ort findet sich alles, was man braucht. Der Supermarkt, eine Bank und viele Kneipen, Restaurants und Cafes. Die Krönung aber ist die marinaeigene Kneipe gegenüber vom Molenkopf. Hier gibt es eine, wie man so schön sagt Chill-Out Ecke mit Korbstühlen und Liegen. Zur seichten und beruhigenden Musik schaut man auf das gegenüber liegende und beleuchtete Zadar. Segeln kann soooo schön sein!

 

Freitag

Wetter: Sonnig und leichter Bewölkung. Bis 34 Grad. Wind aus NW-N 1-2 bft.

Der letzte Tag, die letzte Skipperbesprechung. 6 Yachten verlassen die Flottille in Biograd. Ich übergebe morgen die anderen 4 Yachten an den Flottillenführer Hermann, der dann noch eine weitere Woche mit 10 Yachten übernimmt.

Eine halbe Meile südlich der Marina Preko befindet sich der Fähranleger mit einer modernen und großen Tankstelle. Alle Yachten können hier stressfrei gebunkert werden. So entfällt die Hektik an der Tanke in Biograd, wo erfahrungsgemäß immer 20-30 Yachten auf einen freien Platz warten.

Wir dümpeln Richtung Biograd (16 Seemeilen). Gegen Mittag kommt noch mal ein wenig Wind auf. Für 1,5 Stunden segeln wir mit wahnwitzigen 2,5 Knoten über Grund. Einige biegen Richtung Brücke von Pasman ab, um dort noch mal vor Anker zu gehen und zu Baden. Bis 17 Uhr sind dann alle Teilnehmer wieder in Biograd und kümmern sich um Schiff und Gepäck. Der Alltag hat uns (fast) wieder. Zum Abschied gehen wir alle noch mal ins Restaurant „Guste“ und lassen uns eine Portion ehrliche Cevapcici munden. O.K. zugegeben, man sah auch die ein oder andere Fisch- oder Fleischplatte auf den Tischen. Abschied tut weh. Die Kinder trennen sich nur sehr ungern, die Erwachsenene tauschen noch schnell E-mail Adressen und Telefonnummern aus, dann löst sich die Runde langsam auf. Schade, es war mal wieder eine tolle, kurzweilige und harmonische Zeit im wunderschönen Kroatien.

Der Dank gilt allen Teilnehmern und den Marinas, die uns trotz Hauptsaison die Liegeplätze immer reserviert haben und uns zuvorkommend behandelt haben.

„Hvala“!

 

Nachsatz: Und wie ging die Geschichte für Achim und mich aus? Nach „Guste“ wollten wir noch mal eben in unserer Stammkneipe einen Absacker trinken und ein wenig Manöverkritik betreiben. Was uns dazwischen kam, war das Stadtfest von Biograd, genauer gesagt eine Bühne von einem Bierverlag mit einer tollen Liveband, die melodischen Rock spielte. So wurde es 2 Uhr, bis auf der „Juliet“ Ruhe im Schiff einkehrte.

3 Stunden später schüttelt mich der Wecker wieder unbarmherzig aus dem Tiefschlaf. Das Taxi kam pünktlich und um 08:20 hoben wir vom Flughafen Zadar ab. Der Flug war mit 1 Stunde 20 ereignislos und wurde von uns zum Schlaf nachholen genutzt. Was nun folgte könnte man unter einem weiteren Roman mit dem Titel: „Traveling with Deutsche Bahn“ beschreiben. Es wäre jedoch kein Liebesroman, sondern eher im Genre Horror oder Abenteuer abgelegt. Aber lassen wir das J.

Herzlichen Dank

Euer/Ihr Christian Zaloudek