Törnvorschlag Mallorca

SpanienkartePalma
Ankunft Flughafen Palma de Mallorca. Mit dem Taxi dauert es keine Viertelstunde bis ins Stadtzentrum (Preis ca. 20,- Euro). Entlang der Uferpromenade reiht sich Yachthafen an Yachthafen. Auf den Steganlagen der Charterbasen herrscht Hochbetrieb, Reparatur- und Reinigungskolonnen ziehen von Schiff zu Schiff. Um noch am selben Abend auslaufen zu können, sollte man seinen Einkauf beim Lieferservice vorbestellen (meist buchbar über den Vercharterer). Keine Angst, für die pulsierende Altstadt von Palma bleibt am letzten Tag ausreichend Zeit.

Andratx (20 sm)
Nirgends verfliegt der Alltagsstress schneller als auf einer segelnden Yacht im Sonnenuntergang. Im letzten Licht der späten Dämmerung kommt die Hafeneinfahrt in Sicht. An Steuerbord liegt die hohe Felsformation Cabo de la Mola mit tollem Blick über das Meer, an ihren Klippen kleben die teuren Villen der Zugezogenen. Das einheimische Leben am Hafen bleibt davon unberührt. Fischer entladen an der Mole ihren Fang oder stehen gegenüber in der Hafenkneipe in Gummistiefeln an der Bar. An der preiswerten Stadtpier (Hinweisschild „Moll Transit“ beachten) gibt es zu dieser Zeit natürlich keinen Platz mehr. Daher wird im Club de Vela festgemacht, der mit Design-Toiletten und Swimmingpool ausgestatteten Edelmarina. 77,- Euro Liegegeld sind für die 12 m-Yacht während der Hochsaison fällig.

Punta de Sa Foradada (21,5 sm)
Voraussetzung für die Etappe um den Nordwesten der Insel ist ruhiges Wetter, die steile Küste bietet wenig Schutz. Dafür gibt es einsame Ankerbuchten in fast unberührter Natur. Hinter der markanten Landzunge Sa Foradada liegt einer davon. In den Handbüchern fehlt eine gute Beschreibung dieses Ortes (Ausnahme: „Mallorca für Sportschiffer“, Edition Maritim). Zu erkennen ist er am fast kreisrunden, 18 Meter großen Loch im oberen Fels. Die Ufer fallen steil ab, der Anker senkt sich auf etwa 14 Meter Wassertiefe. Am Hang befindet sich eine Bar, in die es nur Segler und Wanderer verschlägt, eine Straße oder Siedlung gibt es nicht. Eine Zweistündige Wanderung führt nach Son Marroig (260 Höhenmeter) und zurück. Sa Foradada selbst ist nur etwas für erfahrene Bergsteiger.

Port de Sóller (5 sm)
Die lebendige Hafenstadt ist der einzig sichere Unterschlupf an der gesamten Nordwestküste. Die Fischer, die alten Häuser und die bimmelnde, braunrote Straßenbahn („Rote Blitz“) verleihen der von hohen Hängen umgebenen weitläufigen Bucht ihren Charme. Entlang der erneuerten Promenade stehen Tische und Sonnenschirme der vielen Cafés und Restaurants. Alljährlich findet hier mit einem großen Volkfest der berühmte Firó statt, die nachgespielte Landung des Piraten im Hafen. Die gegenüberliegende Seite der Bucht wird von einem weitläufigen Sandstrand (platja d’en Repic) gesäumt.

Sa Calobra (7 sm)
Zum Frühstück wird in der kleinen Bucht eine der größten Touristenattraktionen der Region serviert: die spektakulären, bis zu 400 Meter senkrecht aus dem Meer aufsteigenden Felswände der Schlucht Torrent de Pareis. Unzählige Ausflugsboote, Reisebusse und Pkw-Kolonnen karren Besucher in Scharen heran. Wer früh vor Ort ist, kann die Schlucht, die eine der größten im gesamten Mittelmeerraum ist, noch ungestört genießen und zwischen den steilen Felsen ein Bad im Meer nehmen – oder aber in einem der Tümpel des Wildwassercanyons. Wer hingegen an eine richtige Durchquerung der Schlucht denkt, startet oben am Parkplatz des Restaurants „Escorca“. Fünf Stunden sollte man für den Weg einkalkulieren und zudem ein erfahrener und angemessen ausgerüsteter Bergwanderer sein. Für alle anderen tun es auch ein paar erste hundert Meter, die sich ausgehend von der Ankerbucht noch gut bewältigen lassen. Schon dabei werden einem außergewöhnliche Eindrücke der Felswand beschert.

Cala Figuera (20 sm)
Natürlich könnte man auch gleich weiter bis Puerto de Polenca segeln, doch der Stopp an dieser abgelegenen Badebucht lohnt aus mehreren Gründen. Sie befindet sich an der Nordseite der Halbinsel Formentor und ist nicht zu verwechseln mit der bekannteren, gleichnamigen Fischerbucht im Südosten Mallorcas. Das Wasser hier ist glasklar, und die Schnorchelgründe unterhalb der Felsplateaus sind besonders schön. Diesen Ort hat man als Segler fast immer für sich allein. Lediglich ein paar Individualtouristen verirren sich hin und wieder in die Bucht, die den steilen Pfad gefunden haben, der abzweigt von der weit oberhalb auf dem Felsrücken verlaufenden Straße. Auch das Weitersegeln um das berühmte Kap Formentor im Sonnenuntergang zählt zu den Höhepunkten einer Inselumrundung. Der große und schlichte weiße Leuchtturm am nördlichsten Punkt Mallorcas thront 210 Meter über dem Meer.

Puerto de Pollenca (10 sm)
Das nächtliche Einlaufen ist unproblematisch. Bis auf eine Ausnahme: Mitunter verhindert hoher Seegang, hervorrufen durch anhaltend starke östliche Winde, ein Anlaufen der zur Versandung neigenden Zufahrt. Im Hafen befinden sich Liegemöglichkeiten am Gästesteg, abgerechnet wird auch hier nach G-5-Tarif. Ob der überwiegend von Engländern besuchte Ferienort für Segler ein attraktives Ziel ist, bleibt Ansichtssache. Rund um den Placa Miguel Capllonch spürt man vom Tourismus zumindest nicht allzu viel, dort geht das Leben seinen Gang wie eh und je. Auch der von Kiefern beschattete Passeig Vora Mar, die Uferpromenade mit ihren Strandabschnitten, ist einen Besuch wert. Das eigentliche Ziel sollte dennoch ein anderes sein: Am nächsten Morgen steht ein Landausflug zum fünf Kilometer entfernten Ort Pollenca an. Der Bus der Linie 340 hält direkt am Hafen, eine Viertelstunde später steht die Crew im Zentrum einer der schönsten Städte der Insel, 12 000 Einwohner, enge Gassen mit Häusern aus dem 17. und 18. Jahrhundert, Designerläden, Museen – Pollenca verströmt das Flair eines Künstlerdorfs. Tipp: die 365 von Zypressen gesäumten Stufen hinauf zum Kalvarienberg erklimmen und oben den Blick über die Stadt genießen.

Mesquida (19 sm)
Ein Badestopp gehört zu einem Segeltag auf Mallorca einfach dazu. Watteweiche Sandstrände gibt es, außer an der Nordwestküste, im Überfluss – mal abgelegen und unverbaut, mal mit Bettenburgen im Hintergrund. Die etwa 500 Meter breite, offene Cala Mesquida ist ein Mittelding. Am Westufer erstreckt sich eine Clubanlage, der Rest der Bucht ist Teil eines Naturschutzgebietes. Türkisfarbenes Wasser plätschert an die flach auslaufende Küste. Hinter dem weißen Strand beginnt eine der schönsten Dünenlandschaften der Insel. Ein Teil der Crew kann von hier aus die letzte Tagesetappe zu Fuß zurücklegen. In etwa zwei Stunden geht es vorbei am Wachturm Talaia de Son Jaumel und der Cala Agulla bis nach Cala Ratjada (zirka 4,5 Kilometer, gutes Schuhwerk erforderlich)

Cala Ratjada
Eine der Touristen- und Partyhochburgen der Insel, hier kann die Crew die Nacht zum Tag machen. Vom Hafen bis zum Strand Platja Son Moll schlängelt sich eine schön angelegte, von Bars und Restaurants gesäumte Fußgängerpromenade entlang der Felsküste. Der gewachsene Urlaubsort, dem die ganz großen Bausünden erspart geblieben sind – abgesehen von ein paar vereinzelten Bettenbunkern am Ortsrand- ist besonders unter Deutschen beliebt. Das wird spätestens im „Chocolate“ klar, einer angesagten Freiluftbar mit Biergartencharakter nähe des Placa dels Pins. Um die Ecke, in der Calle Coconar 17, feiert in der Discothek „Physical“ die Jungend, neben Dance Classics wummert House und R&B aus den Boxen. Auch die Disco „Bolero“ liegt im gleichen Häuserblock, das ganze Viertel vibriert während der Saison bis in die Morgenstunden. Etwas unruhig können auch die Liegeplätze unten im Hafen werden. Der Wellenbrecher ist gleichzeitig Gästesteg (G-5-Tarif), das innere Becken ist der Fischereiflotte und einheimischen Booten vorbehalten. Im Sommer bilden sich gewaltige Päckchen, und häufig steht Schwell in dem Hafen.

Cala Petita (12 sm)
Der Kontrast zur Partynacht in Cala Ratjada könnte größer nicht sein. In der kleinen Bucht gibt es weder Häuser noch Autos, stattdessen viel Ruhe und Natur. Ein idealer Platz, um den müden Tanzbeinen und strapazierten Trommelfellen Erholung zu gönnen. Die extrem schmale, von spitzen Felsen gesäumte Bucht ist von Land aus nur über einen schmalen Pfad aus zu erreichen, der von einer Schotterpiste abzweigt. Entsprechend wenige Landurlauber sonnen sich am kleinen Sandstrand. Und mehr als zwei Yachten finden in der Postkartenschönen Bucht auch kaum Platz. Aufgrund der Enge empfiehlt es sich, zusätzlich zum Anker eine Landleine auszubringen. Nach der Arbeit steht einem Bad nichts mehr im Weg. Die Unterwasserwelt lässt sich schnorchelnd erkunden. Mutige können sich als Klippenspringer versuchen. Und wer seinen Kater auskurieren muss, findet garantiert ein ruhiges Plätzchen am Strand.

Portocolom (10 sm)
An der Einfahrt zu Hafenbucht steht ein pittoresker, schwarz-weiß gestreifter Leuchtturm. Angestrahlt von der tief stehenden Abendsonne, gibt er ein attraktives Fotomotiv ab. Die niedrige Bebauung ist weiträumig um die große, gut geschützte Hafenbucht verstreut, überhaupt geht es in Portocolom ruhig und beschaulich zu. Entsprechend steht der Ort bei Individualreisenden hoch im Kurs. Einen Strand sucht man allerdings vergebens. Die Yacht kann entweder ankern, sich an eine Muring legen oder an eine der beiden Schwimmstege des kommunalen Hafens festmachen (G-5-Tarif). Das bekannteste Restaurant am Platz, das im Kolonialstil eingerichtete „Colon“ in der Calle Cristobal Colon 7, wird von einem Deutschen betrieben. Der offeriert anspruchsvolle mediterrane Küche mit Hauptgerichten ab etwa 18 Euro. Vor den Bootsgaragen der pastellfarbenen Häuser im Nordteil der Bucht liegen viele kleine Fischerboote. Einmal im Jahr, am 16. Juli, feiert der Ort das Fest der Schutzheiligen der Fischer, das Mare de Deu del Carme. Sehenswert !

Cala Mitjana (3 sm)
Mit frischen Brötchen aus dem Ort geht es zum Frühstück um die Ecke in eine weitere der unzähligen an der Südostküste gelegenen Buchten. In deren Nordteil reicht der Ankerplatz vor einer Villa für zwei bis drei Boote (Landleine!). Die mit Pinien bewachsenen Flanken der Bucht gehören zum Privatbesitz und sind von gepflegten Gartenanlagen geprägt – für Touristen tabu. Der kleine und sehr schöne Strand dazwischen ist hingegen öffentlich und daher für jedermann zugänglich. Landschaftlich sehr schön gelegen, lädt die Bucht zum Sonnen, Baden und Schnorcheln ein.

Cala Figuera (6 sm)
Wer schon mittags in „das schönste Fischerdorf der ganzen Insel“ einläuft, wie Thomas Schröder in seinem Reiseführer schreibt, umgeht die hier sonst obligatorischen Liegeplatzprobleme. Denn mehr als fünf, sechs Yachten finden an der teils unruhigen Außenmole keinen Platz. (Muringleinen vorhanden, G-5-Tarif). Auf der Innenseite machen täglich Fangschiffe der Fischereigenossenschaft fest, stoisch ertragen die Arbeiter die vielen schaulustigen Touristen. Frisch und günstig kann man fürs Abendessen Mittelmeerfisch erstehen. Das Mittagessen nimmt man am besten  in einer der hoch über der Bucht gelegenen Hafentavernen ein, im „La Marina“ in der Virgen del Carmen 64 gibt es zum Beispiel Gambas in Knoblauchsoße für 8,50 Euro. Sehenswert sind die am Hang klebenden Fischerhäuser der inneren Bucht mit ihren grün lackierten Bootsgaragen direkt am Wasser. Ein kurzer Spaziergang führt hinüber zur unbebauten Steilküste und bis zum alten Wachturm Torre d’en Beu von 1570. Von dort hat man einen herrlichen Blick auf die vorüberziehenden Schiffe.

Es Trenc (14 sm)
Es Trenc hat den mit fünf Kilometern längsten Strand der Insel. Bis auf die winzige Siedlung Ses Covetes ist er unverbaut und mit Dünen umgeben. Das Wasser ist karibisch-türkis, direkt am Ufer stehen einige Chiringuitos, kleine Strandbars. Die offene, sehr flach auslaufende Bucht ist nur bei ruhigem Wetter sowie    bei Nord- oder Ostwind für einen Stopp geeignet. Nachts bietet  sich  der Ankerplatz im Osten der Bucht an, zur Not gibt es im Westen eine große Marina (Club Náutico Sa Rápita). Die sollte man vor der letzten Etappe nach Palma anlaufen, um zu tanken. Das erspart die oftmals lange Wartezeit an der Tankstelle in Palma.

Naturschutzinsel Cabrera
Sie benötigen hierfür eine Ausnahmegenehmigung, die wir für Sie beantragen können. Bitte nennen Sie uns Ihre(n) Wunschtermin(e) für eine Übernachtung. Auf der Inselgruppe ist es in einer Bucht erlaubt mit dieser Genehmigung zu übernachten. Man liegt an Mooringtonne. Sie dürfen die Insel an einer Stelle betreten (Dinghidock). Hier haben die Soldaten eine kleine Taverne, wo sie Getränke verkaufen. Neben der Taverne finden Sie ein Büro der Naturschützer. Dort können und sollten Sie sich für eine Besichtigung der Burg anmelden. Je nach Zeit noch am Abend oder für den nächsten Morgen. Man hat von der Bucht einen sensationellen Ausblick auf die Bucht und sogar bis Mallorca. Lassen Sie sich die Geschichte der Insel Cabrera von einem Führer erzählen. Sie ist spannend, traurig, lustig und nachdenklich (Insbesondere die Geschichte des verstorbenen Fischers und des deutschen Kriegsflieger ist sehr interessant). Vergessen Sie nicht den Smutje zu unterrichten. Auf Cabrera muß an Bord gekocht werden!!!

Palma
Zurück in Mallorcas Metropole. Jetzt heißt es Schiff klarieren, Sachen packen, die Abnahme des Bootes und den Transfer für die Abreise am nächsten Morgen organisieren. Dann ist die Zeit reif für Palmas Altstadt. Stilecht bietet sich zunächst ein Drink in Mallorcas bekanntestem Yachtclub an, dem Real Club Náutico de Palma im Nordostteil der Hafenbucht. Direkt neben den Loungesesseln sind die Heckleinen schmucker Yachten vertäut, und die Abendsonne taucht den clubeigenen Yachthafen (Gastlieger willkommen) in warmes  Licht. Ein großer Swimmingpool gehört ebenfalls mit zur Anlage. Die Stadt selbst gilt als eine der reichsten Spaniens, sie ist jung, lebendig und kosmopolitisch. Hier prägen 330 000 Einwohner das Ortsbild – und nicht der Tourismus. Das Kneipenviertel La Llotja liegt in der Altstadt, nicht weit entfernt befindet sich die Avinguda Jaume III, die teuerste Einkaufsstraße der Insel.

 

Daten und Fakten:

Das Revier
550 Kilometer abwechslungsreiche Küstenlinie. Bis auf die Nordwestseite der Insel finden sich geschützte Häfen und Buchten innerhalb kurzer Distanzen. Eine Woche Zeit sollte man für eine komplette Umrundung mindestens einplanen.

Navigation & Seemannschaft
Mallorcas Küste stellt einigermaßen erfahrene Skipper und Crews vor keine großen navigatorischen Herausforderungen. Fast alle Kaps sind befeuert, ebenso die Hafeneinfahrten. Besonderheiten oder Gefahrenstellen sind in der umfangreichen nautischen Literatur ausführlich beschrieben.

Hafen & Ankerplätze
In den privaten Marinas und auch in den preiswerteren öffentlichen Stadthäfen wird überwiegend mit Muringleinen festgemacht, fast immer mit dem Heck zum Steg. Häufig ist ein Marinero helfend zur Stelle. Ankerbuchten gibt es viele; hat man eine dem Wind und Schwell abgewandte Stelle ausgewählt, kann man unbesorgt und ohne Liegegebühren auch die Nacht dort verbringen. An einigen Orten sind Bojenfelder ausgebracht worden.

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