Törnbericht Athen-Corfu (oneway)

GriechenlandkarteTörnbericht
ONEWAY Athen/Kalamaki, Kanal von Korinth, Levkas nach Korfu, Sun Odyssey 57, rund 250 sm.
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Schon wie bei früheren Törns schaut man auf das 10-Tage-Wetter: es ist ideales Überführungswetter mit 3-4 Bft. aus NE, viel Sonne und Temperaturen um 22 Grad angesagt. Na ja, auch dieses Mal war wieder alles anders!
Freitag gegen 18 Uhr Landung in Athen, Transfer direkt zur Yacht – eine 5-Kabinen Jeanneau 57 und schon um 20:30 Uhr sitzen wir in unserem ‘Stamm’-Restaurant EDEM zusammen und feiern den Geburtstag von Alfons. Ein guter Einstieg in diese gemeinsame Woche.
Samstag – Ziel ‘Kanal von Korinth, 35 sm –
Frühes Wecken, Check-In und schon vor 11.00 Uhr laufen wir aus. Ideal ist, daß wir die Enkaufliste schon vorher zu unserem Partner ATHENIAN geschickt hatten. Alles war, wie bestellt an Bord und schon eingeräumt. 3er-Wind aus NE, ein guter Kurs zum ‘Kanal von Korinth’! Ankunft um 16 Uhr.

Ein Tief soll in der Nacht von West nach Ost ziehen. Wir fragen auf UKW-Kanal 11 ISTMA CONTROL TOWER wegen der morgendlichen Durchfahrt und bleiben in der Nacht in der nördlichen Ormos Kalamaki vor Anker liegen. Die richtige Entscheidung, denn nachts dreht der Wind von NO auf W und weht mit mehr als 4 Bft.. Wir liegen bei ‘0-Welle’ sicher auf 8 m Wassertiefe und haben unsere gesamten 50 m Kette raus. Urlaub, wir sitzen bei einem leckeren Menü noch lange gemütlich im Cockpit.
Sonntag – Ziel Insel Trizonia, 50 sm –
Frühes Wecken. Über UKW-Kanal 11 melden wir uns nochmals bei ISTMA CONTROL TOWER. (Die Durchfahrt ist Tag&Nacht nur nach Anmeldung möglich!) Um 06:30 Uhr Anker auf, machen kurz an der Mole fest und bezahlen beim freundlichen ‘Kassierer’ die 280,- € für die Durchfahrt (57 Fuß). Und dann das Highlight, wir fahren mit max. 6 kn durch den 6,3 km langen und 25 m breiten Kanal. Durchfahrt an den Strassenbrücken beträgt 52 m.

Ein wirkliches Erlebnis, die Steilen Wände, das klare Wasser, die unterschiedlichen Gesteine. Vor der Ausfahrt senkt sich kurz die ‘Senkbrücke’ – wie auch bei der Einfahrt -, kaum ein Auto muß warten, und gegen 08 Uhr liegt der Golf von Korinth vor uns. Bis Trizonia sind es rund 50 sm. Das Wetter und die damit verbundere Törnplanung ist der wichtigste Faktor für den Korinth- & Patras-Golf. Aufgrund der Sturmmeldung müssen wir uns noch für Galaxidi oder Trizonia entscheiden.

Ab 10 Uhr 3-4er Wind von vorn, also unter Motor gegenan! Bis Tizonia sind es 30 sm, bis Galaxidi sind es ca. 20 sm. Wir kommen mit der großen Yacht gut vorran und entscheiden uns auf halber Strecke für Trizonia. Der Wind nimmt ca. 15 sm vorm Ziel zu, vor der Enge von Partras auf 6-7 Bft., die Welle ca. 1m Höhe, auch mehr. Wir erreichen gegen 15 Uhr die kleine und geschützte Marina auf der Insel Trizonia. Diese wurde mit EU-Geldern gebaut, aber nie ganz fertig gestellt. Dennoch, eines der sichersten ‘Plätzchen’ auf dieser Strecke. Die gesunkene Yacht hinter dem ersten kurzen Steg darf man – bei Dunkelheit – nicht übersehen!

Wir waren froh längsseits einen freien Platz am südlichen Steg mit 4 m WT zu finden. Wind fast von vorn; rauhe Pier, schlecht für die Fender, eine 1×4 m LKW-Plane oder Brett wären hilfreich gewesen. Achtung beim Landgang: keine Schutzplatten auf den Versorgungsschächten! Beleuchtung vorhanden; es wurden keine Gebühren erhoben. Wir kamen aus E und konnten dadurch den kleinen hübschen Hafen des Ortes – nach Norden offen – erst beim Landgang sehen. Mindestens drei Restaurants am ‘Kai’, wir waren im ’1. links’ und von den Speisen und dem freundlichen Team begeistert. Hier ist die Zeit irgendwie ’stehen geblieben’!

Noch ein Nachsatz: Sollte man mehr Zeit für den Golf von Korinth haben, dann bieten sich u.a. die Häfen Galaxidhi oder Itea (Ausgangspunkt für einen Besuch von Delphi) an. Häfen Korinth und Kiato wurden uns nicht empfohlen!
Montag – Ziel: Insel Ithaka 70 sm –
An frühes Aufstehen haben wir uns gewöhnt. Heute 06:30 Uhr, reichhaltiges Frühstück (hier muß einfach mal die wechselnde Backschaft gelobt werden!) und um 08 Uhr Leinen los. Wir nehmen die nördliche Passage von Trizonia Richtung Patras.

3er-Wind von vorn, wenig Seegang, aber achteraus schwarze Gewitterwolken…diese erfreulicherweise mit Kurs Ost!! Bis zur Rionbrücke sind es von Trizonia 15 sm. Auf dem Direkt-Kurs die Landzunge + Tonne bei Ak. Dhrepano beachten! Nördlich hiervon der Hafen Navpaktos – etwas klein, Fallböen möglich, soll einer der schönsten Häfen in der Region sein -. Heute klares Wetter, somit ist die 2252 m lange RION-Hängebrücke, 2004 erbaut, schon weit voraus sichtbar, die Kameras ‘klicken’!

Die Durchfahrthöhe ist zwischen 25 und 45 m. Ca 5 sm vor der Brückendurchfahrt melden wir uns auf UKW-Kanal 14 bei RION TRAFIC, nennen unseren Yachtnamen, die größe der Segelyacht, die Masthöhe (22 m) und natürlich unseren Kurs von Athen nach Levkas.

Man sagt uns: Lassen Sie einen ‘Pillar’ rechts und 3 ‘Pillars’ links. Melden Sie sich nochmals 1 sm vor der Durchfahrt. Hier bekamen wir die Order. ‘Alles OK, gehen Sie auf UKW-Kanal 16’. Das war’s und die Brücke so nah, was für ein Bauwerk! Jetzt ist es bereits 9 Uhr, noch ca. 15 sm bis zum schmalen Zufahrts-Kanal nach Messolonghi. Der Wind ist konstant, kommt mit 2-3 Bft aus WSW. Blauer Himmel, Insel Ithaka in NW in Sicht. Alle schauen sich an: Einfahrt in den Kanal?… nein, weiter bis Vathy auf Ithaka!

Hier noch der Hinweis: für den nächsten Tag sagt der Wetterbericht eine ‘Gewitterfront’ mit 7-9 Bft aus W bis NW voraus; Messolonghi wäre uns zu ‘offen’/unsicher gewesen! Wir hatten auf ‘Vollzeug’ gehofft, dann aber ab Nisos Oxeia drehender Wind, jetzt aus NW mit 1-2 Bft.. Schade, zu wenig, der Motor läuft weiter. Gegen 15:30 Uhr erreichen wir die große Bucht Vathy auf Ithaka.

Hier ein Nachtrag: in Messolonghi hätten wir in dem uns unbekannten flachen Brakwasser-Gebiet und auch ungeschützten dortigen ‘Marina’ das Wetter in der Nacht ‘irgendwie’ abwettern müssen. Es war nachträglich die richtige Entscheidung, weiter zu fahren!

Wegen des vorausgesagten Schlechtwetters legen wir uns in Vathy sicher an die Pier der kleinen Werft, direkt an der Einfahrt auf BB. Wir haben die gesamte Ankerkette gesteckt, (Anker auf 10 m WT, an der vorderen Pier 4 m WT, gut so, denn anfänglich kam der Wind aus West (also seitlich), in der Nacht drehte er auf N/NW. Super, Böen von 8-9 Bft. kamen direkt von achtern, somit sorgenfreies Schlafen. Wir essen im nahen Restaurant, der Wirt hatte uns freundlicherweise eingewiesen!
Dienstag – Hafentag –
Heute ist noch 5-6 Bft aus N, wir entscheiden uns für einen Hafentag und machen einen ausgedehnten Ausflug in die hügelige Landschaft der wunderschönen Insel Ithaka. Wir sind eh’ früh im Törnplan, kein Grund zur Eile. Ende April bereitet man sich hier auf den – hoffentlich – großen Touristen-Strom vor. Es lagen nur 6 weitere Yachten in der großen Bucht. Die Yachten an der Stadtpier hatten – im Gespräch mit einem Skipper – eine ‘dramatische Nacht’. Man sah es an den vielen zusätzlichen Festmachern, der Ankerkette von der Mittelklampe nach Luv und den vielen Fendern und auch ‘Holzplatten’ auf BB.
Mittwoch – Ziel: Kioni-Fiscardo-Meganisi, 30 sm –
Wir haben noch Zeit bis zur Ankunft in Korfu und besuchen den hübschen Hafen Kioni (5 sm), danach einen der schönsten Orte im Ionischen Meer, Fiscardo auf Kephallonia (10 sm). Wir sind fast die Einzigen und liegen direkt (Anker auf 8 m, ca. 2,5 m an der Pier) vor dem Restaurant LA GOUDERA, – hier wird gerade eingedeckt – wir bleiben einige Stunden. Das nächste Ziel ist Porto Spila auf Meganisi (16 sm). Wirt Panos reserviert gerne einen Liegeplatz, Tel. 2645051233. Ein sicherer Hafen mit dem darüber liegenden kleinen Ort Spartochorion mit kleinem Cafe, Markt und bester Aussicht nach Norden. Im Sommer ist hier ‘der Teufel los’, aber jetzt sind wir fast alleine! Die richtige Zeit diese Region zu besuchen!
Donnerstag – Ziel Marina Levkas, 10 sm –
Wir starten spät, vorbei an den Inseln Skorpios und Sparti, mit dem Tagesziel Levkas-Marina. (10 sm) Kurzer Anker-Badestop vor dem Kanal auf BB, gegenüber vom Fort. Im Levkas-Kanal wird gebaggert, es fehlen viele Markierungen. Wir tanken an der Tankstelle in Levkas (vorher die Anzeige auf der Tanksäule notieren!), es wird rückwärts angelegt, Heckleinen werden gereicht, kein Anker; nur mit vielen Fendern achtern und ‘Gas voraus’.

Wir werden am Athenian Stützpunkt Levkas erwartet. Liegeplatzgebühr für die S.O. 57 ca. 85,- €. Wir erhalten einen Chip für Wasser und Strom. Morgens wieder scannen und ab 08… Uhr beim Hafenmeister bezahlen.
Freitag – Ziel: Paxos, 35 sm –
Gegen 08,30 Uhr rufen wir ‘Levkas-bridge’ auf UKW-Kanal 12 und passieren um 09 Uhr – stündliche Öffnung nach Anmeldung -. Direkt an der Kanal-Ausfahrt auf BB bestehen jetzt direkt hinter der Landzunge 3 gelbe ‘Festfeuer’ .

Zumeist zu wenig Wind, fast die ganze Strecke bis Paxos leider wieder unter Motor. Nahe dem Dampfer-Anleger, ca. 300 m vom Ort Gaios lassen wir auf ca. 8 m den Anker
fallen und gehen hier im Vorhafen mit viel Kette rückwärts an die Pier (ca. 2,5 m WT). Die Durchfahrt zum Binnenhafen und dort an die Pier ist uns wegen des Tiefgangs zu riskant. Hier sind schon einige Yachten, das Hafenleben hat begonnen. Heute ist der Vorabend vom Griechischen Osterfest, eine Prozession zieht mit Musik durch den Ort – sehr stimmungsvoll -, die Flammen der Kerzen werden ‘weitergereicht’. Z.Zt. keine Hafengebühren, Für Strom gibt es an vielen Stellen eine ‘Tank-Uhr’!
Samstag – Ziel Marina Gouvia/Korfu, 35 sm –
Wir legen gegen 08 Uhr ab, um rechtzeitig in Korfu, Marina Gouvia zu sein. In der Bucht, direkt vor der Einfahrt nach Gouvia ein kurzer Badestop – Anker auf 6 m WT – und gegen 15 Uhr Anker auf. Langjähriger Freund und Stützpunktleiter Theo erwartet uns! Wir erleben am Abend in der Altstadt das Griechische Osterfest mit einem großartigen Feuerwerk.
Sonntag – Der frühe Rückflug geht über Athen – Zwischenstop in Tessaloniki – und sofort weiter nach Düsseldorf.

Wir haben auf der Reise ca. 300,- € für Diesel bezahlt und mehr als 250 sm zurückgelegt, leider zu 90 % unter Motor. Die ONIRO,
eine Jeanneau 57 war eine tolle Yacht mit viel Komfort, technisch bestens ausgerüstet und auch gewartet, und im Cockpit viel Raum für unsere ‘Geselligkeit’!
Hermann Sarres
05.05.2016

Bericht mit Fotos als pdf zum ausdrucken…

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