Startnr. 17 HZR 2005

Yachtcharter, Flottillen, Fun-Regatten, Events, Mitsegeln, Törns, Fun-Regatten, Hausboote, Motoryachten, Flüge, Sportbootausbildung, Skippertraining, Funkkurse SRC / UBI, und vieles mehr...

„Mal verliert man,
mal gewinnen die anderen“

Ein Törnbericht über die erfolgreiche Teilnahme an der Halbzeitregatta 2005

Die „Boot“ im Januar eröffnet für uns Segler die Saison des Jahres. So bin auch ich traditionell am zweiten Samstag Besucher der Messe, den dann findet wie jedes Jahr im Anschluss an den Messebesuch der obligatorische Seglerstammtisch der Firma Sarres-Schockemöhle Yachting GmbH in der Düsseldorfer Altstadt statt.

Auf dem Messestand bei Sarres-Schockemöhle spreche ich mit Hermann Sarres und äußere den Wunsch „ein paar Tage raus zu kommen“. Gibt es vielleicht noch ein Plätzchen zum Mitfahrten auf der Halbzeitregatta im Februar? Einfach nur mitfahren und ein wenig entspannen? Schauen wir mal…

Drei Tage später ruft Hermann mich an: Da gibt es ein Schiff mit drei Seglern, die aber eigentlich noch einen Skipper brauchen – wie sieht’s aus? Na ja – eigentlich nur ausspannen und mitfahren – OK ich mach’s! Gesagt – Gebucht!

Mittwoch, 09.02.- 05:00 Uhr Flughafen Düsseldorf, ungefähr zwei Stunden vor dem Aufstehen. Drei Stunden später auf Mallorca geht’s mit dem Taxi zur Marina. Wolfgang und Uwe sind schon da und haben Besitz von unserer „Jano“, einer Oceanis 361 mit Lattengroß und Maindrop ergriffen. Jerry, unser vierter Mann, hat leider kurzfristig abgesagt, so dass wir nun mit drei Personen in unserem Drei-Kabinen-Schiff einen Luxusdampfer haben. Wir drei verstehen uns auf Anhieb und es sieht nach einem entspannten Törn aus. Dies muss wohl auch wohl der Zeitpunkt gewesen sein, als Uwe unseren Leitspruch, den wir noch häufiger zitieren sollten, geprägt hat: „Mal verliert man, mal gewinnen die anderen.“

Der erste Abend in Can Pastilla gestaltet sich super. Gambas und Fisch mit Faustino Nr. V Vino Tinto tragen zu unserem Wohlbefinden bei. Abgerundet wird der Abend durch eine 3L-Flasche Jerbas, die der Kellner unvorsichtiger Weise auf unserem Tisch stehen lässt und deren kleiner Zapfhahn sich immer von Zauberhand öffnet, sobald ein kleines Glas darunter steht. Und dies in gleichmäßigem Takt für fast zwei Stunden. Tja, was soll man machen - „Mal verliert man, mal gewinnen die anderen.“

Der nächste Tag beginnt zunächst mit mäßigem Wind, der allerdings am Mittag „regattatauglich“ auffrischt, so dass die erste Regatta gestartet wird. Wir kommen recht gut weg und – warum auch immer – wir müssen uns umdrehen, wenn wir Sichtkontakt mit den anderen Regattateilnehmern haben wollen. Nur Norbert mit seiner Oceanis 411 kommt auf und immer näher an uns heran. Im letzten Drittel dieses Regattalaufes vergrößert sich der Abstand wieder ein wenig und bleibt dann bis zum Zieleinlauf konstant. Das Zielschiff muss an diesem Tag für uns zum ersten Mal hupen. So laufen wir bei herrlichem Wetter in Andraix ein und bekommen zu allem Übel am Abend auch noch einen Tagessieger-Pokal – und was lehrt uns das? - „Mal verliert man, mal gewinnen die anderen.“

Der zweite Regattatag beginnt mit Wind und Welle und einem atemberaubenden Regattakurs vom Capo Lamb rund Dragonera zurück bis El Toro. Mit zu viel Wind für unser kleines Schiff kommen wir nur schlecht vom Start und werden überholt. Wir kämpfen bis Dragonera mit jeder Bö und haben alle Hände voll zu tun, diverse „Sonnenschüsse“ zu vermeiden. Die Folge - wir werden überholt. Aber egal – wir bleiben relativ nah an Dragonera und fahren nicht weiter raus wie viele andere Schiffe, die die drehenden Winde der Insel fürchten. Aber was soll ich sagen – keine Winddreher und schon spielen wir wieder vorne mit. Zudem nimmt der Wind ein wenig ab und unsere 361 läuft wie auf Schienen.

So kommt es dazu, dass wir hinter einer „großen“ mit zwei weiteren 411ern als vierte fast zeitgleich übers Ziel gehen und im Gesamtfeld den zweiten Platz belegen. Na ja – wie schon gesagt: „Mal verliert man, mal gewinnen die anderen.“

Neues Spiel – neues Glück – der dritte Regattalauf beginnt direkt im Anschluss und mit einer besonderen Schikane. Von El Toro geht es mit einer 360° Wendemarke um El Sech bis auf das zweite Leuchtfeuer der Mole von Palma. Einzelstart, da weiß man ja sowieso nicht wo man liegt. So weit so gut – doch dann kommt El Sech.

Auf einmal kommen Schiffe von allen Seiten auf die Insel zu und treffen sich mit dehnen, die gerade runden. Als wir 180° der „Wendemarke“ hinter uns haben tun sich uns seglerische Abgründe auf. Mindestens drei Schiffe fahren aus drei verschiedenen Richtungen aufeinander zu. Hektische Betriebsamkeit, RAAAAUUUUUM,

Abhalten, rot angelaufene Köpfe – was ist dass denn? Jetzt wird mir die Maßnahme „Anker ein“ klar. Da entdecke ich zwischen dem „Schiffsknäul“ und der Insel eine Gasse. Kommando: bloß weg hier – WENDE! Wir mogeln uns durch diese hole Gasse und haben wohl ca. zwei bis drei Plätze gut gemacht. Später gestartet und früher angekommen – na ja – hilft nichts „Mal verliert man, mal gewinnen die anderen.“

Der Abend soll neues bringen – unsere Crew wird verstärkt! Statt Jerry kommt Ina, Freundin von Uwe an Bord und bereichert unsere Crew. Zunächst damit, in dem Sie uns auf Ihrer „Heimatinsel“ in ein sehr gutes Restaurant führt.

Doch am nächsten Tag kommt’s – Ina hatte uns gewarnt – immer wenn Sie auf die Insel kommt gibt’s Regen. Und kurz nach dem Auslaufen zieht es sich bedrohlich zu – für ca. 20 Minuten. Dann ist alles wieder gut und der Wind ist auch rechtzeitig da.

Regattalauf á lá Christian Zaloudek – Dreieck von Palma bis El Sech, dann Sperrgebietstonne vor Arenal wieder zurück nach Palma –TRAUMHAFT! Wieder Massenstart und zum ersten Mal gibt es Uneinigkeit zwischen Wolfgang und mir über die Starttaktik. Um einen Frühstart zu vermeiden möchte ich etwas verzögern und Wolfgang möchte Gas geben. Im Resultat starten wir eine halbe Schiffslänge (5,80m) hinter Karl-Heinz, der uns zwar bis el Sech auf den Fersen ist, dann aber wieder Raum verliert. Das übrige Regattafeld nutzt die volle Großzügigkeit der Bucht von Palma gänzlich aus. Wir hingegen haben mit der „San-Miguel-Wende“ eine völlig neue Taktik erfunden – es wird immer dann gewendet, wenn eine Dose frischen San Miguel Biers geleert wurde – Uuups – ganz schön anstrengend auf der Kreuz!

Nach der Wendemarke El Sech sind wir völlig unsicher, wo wir liegen. Vor uns sehen wir nur das Zielschiff und eine Bavaria 44 – hinter uns zählen wir sechs Schiffe – macht in Summe neun. Wo sind die anderen drei Schiffe? Vielleicht doch irgendwo vor uns? Erst im Ziel werden wir gewahr, dass wir schlecht gucken oder schlecht zählen können. Auf der Rückfahrt vom Ziel Richtung Can Pastilla winken wir einigen im Regattafeld noch freundlich zu und genießen den Rest des herrlichen Sonnen-Segeltages frei nach dem Motto: „Mal verliert man, mal gewinnen die anderen.“.

Zu Siegerehrung und Abschlussfeier versammeln wir uns an langer Tafel. Reichhaltiges und gutes Essen und Vino Tinto heben die Stimmung bis zu dem Moment auf den alle gespannt warten – Siegerehrung! 12. Platz, 11. Platz, 10. Platz …. dritter Platz –  alles um mich herum jubelt – warum eigentlich? Nachdem zehn einzelne Cent-Stücke gefallen sind verstehe auch ich – die Bavaria 44 war immer vorne dabei und in mindestens zwei Rennen vor uns im Ziel. Und jetzt – dritter Platz. Aber man weiß ja: „Mal verliert man…

Warum jubeln die denn schon wieder? Ach ja der zweite Platz ist aufgerufen worden – und wir waren es nicht und haben auch noch keinen Pokal! Ja dann: „Platz Nummer eins, Mit den Einzelwertungen: 1.Platz, 2.Platz, 1.Platz, 1.Platz, Start Nummer 17, eine Oceanis 361, Christof Schäfer“….SIIIEG!

Ich glaub es nicht! Die Kanne ist unser!

Und als wär’s noch nicht genug, der nächste Segeltag bei herrlichstem Sonnenschein und gutem Wind vervollständigt diesen Törn was mich dazu hinreißt, Uwes Motto zu berichtigen: „Mal gewinnt man, mal verlieren die anderen.“

16.02.2005 – Christof Schäfer

Gesamtsieger der Halbzeitregatta 2005
Herzlichen Glückwunsch!
Anmerkung der Regattaleitung:
  • SARRES-SCHOCKEMÖHLE YACHTING GmbH, Hubert-Underberg-Allee 2, 47495 Rheinberg
  • Tel.: 02843-9081-0; Fax: 02843-9081-11; e-mail: info@sarres.de

Unser Gesamtangebot: Yachtcharter, Flottillen, Fun-Regatten, Events, Mitsegeln, Törns, Fun-Regatten, Hausboote, Motoryachten, Flüge, Sportbootausbildung, Skippertraining, Funkkurse SRC / UBI, und vieles mehr...

Yachtcharter in: Kroatien, Spanien, Mallorca, Ibiza, Kanarische Inseln, Türkei, Griechenland, Frankreich, Italien, Elba, Sardinien, Sizilien, Neapel, Niederlande, Ijsselmeer, Ostsee, Rügen, Flensburg, Irland, Schweden, Finland, Fernziele: Indischer Ozean, Seychellen, Thailand, Karibik, BVI, Tortola, Martinique, Grenada, St. Lucia, Antigua, Guadeloupe, St. Martin, Brasilien, Tahiti, Neuseeland, Australien...