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Wintersegeln ab/bis Split
(23.02.-27.02.2010)
Während der organisierten Führung durch die Altstadt von Split ereilt uns eine Sturmwarnung. Der Wind soll heute auf bis zu 50 Knoten zulegen. Zeit, aus dem Mauseloch der ACI-Marina auszulaufen und nach Hause zur Marina Kastela zu segeln, wo wir drei Tage zuvor gestartet waren.
Nachdem alle fünf Yachten (besetzt mit 27 Seglerinnen und Segler aus ganz Deutschland) ohne Beulen und Kratzer die Ausfahrt aus der sehr engen Marina gemeistert hatten, wurden die Hafenfeuer von Split als Startlinie genutzt. Stark gerefft ging es mit raumen Wind im "Tiefflug" nach Kastela. In Böen 35 kn Wind, über 10 kn Fahrt über Grund beschert der gesamten Crew Freude. Selbst der einsetzende Starkregen konnte die gute Stimmung nicht unterbrechen.
Vier Tage zuvor ging es mit Germanwings von Köln/Bonn, Stuttgart und Berlin nach Split. Die Yachten wurden in einem Eiltempo bezogen und die Kojen verteilt. Teile der Crews machten sich auf zum nahe gelegenen Supermarkt und beluden die Yachten, als ging es für 3 Wochen ohne Zwischenstop an die Nordküste Afrikas. Nach dem Eröffnungsdrink in der Self-Service-Bar "BARBA" ging es zum Abendessen. Trotz der Jahreszeit waren drei Restaurant in Kastela geöffnet. Zurück an Bord gab es noch den ein oder anderen Absacker.
Am Mittwoch Morgen trafen wir uns um 9 Uhr zur Skipperbesprechung. Schnell war klar, dass wir einen Regattalauf mit Tagesziel Milna auf der Insel Brac machen wollten. Ein kardinales Seezeichen vor Trogir wurde kurzerhand als Wendemarke eingebaut. Um 12 Uhr riss der Himmel auf und die Sonne blendete wie im Sommer. Ein Schwachwind aus Süd, der im Tagesverlauf auf West drehte trieb uns voran. Gegen 16 Uhr liefen wir mit der Sonne im Rücken in die malerische Bucht von Milna ein. Die Liegeplätze waren vor der Rezeption der ACI-Marina reserviert. Bei einem Gläschen Wein an der Pier klang der Nachmittag aus. Eine unwirkliche Stimmung für die, die Dalmatien in den Sommermonaten kennen. Keine Touristen, keine anderen Yachten die unterwegs waren, ein Marinadirektor, der uns persönlich begrüßte. Dazu noch sehr günstige Liegeplatzgebühren von 44,-€ für eine 50 Fuß Yacht. Bemerkenswert!
In ganz Milna, wo sich in der Saison hunderte von Seglerinnen und Seglern durch die Gassen schieben, waren wir auf der Suche nach einem geöffneten Restaurant alleine mit ein paar Einheimischen. Eine einzige Konoba hatte geöffnet. Als dieses Restaurant von uns im wahrsten Sinne des Wortes gestürmt wurde, zückte die überraschte Wirtin schnell ihr Handy und rief lautstark nach Unterstützung. Ein Junger Mann erschien mit 10 Einkaufstüten und es ging los. Bewundernswert, wie sie es schafften, alle gleichzeitig zu bedienen und das Essen, heiß und zügig auf die Tische zu bekommen. Wir haben wirklich gut & günstig gegessen.
Am nächsten Morgen trauten wir unseren Augen nicht. Ein stahlblauer und wolkenloser Himmel ließ die kühlen Nachttemperaturen schnell verschwinden. So konnten wir bereits die erste Tasse Kaffee im T-Shirt auf der Pier genießen. Unglaublich, so das meistgenutzte Wort an diesem Morgen. Wie bei einer Entführung wurde eine Tageszeitung gekauft und ein Foto gemacht, damit es uns jemand glauben würde.
Unter Maschine ging es im Pulk Richtung Split. Wir blinzelten genüsslich in die Sonne, die Berge im Hintergrund waren noch schneebedeckt. Delfine kamen kurz längsseit, die Welt war in Ordnung.
Gegen 14 Uhr kam der Wind und wir konnten eine Wettfahrt starten. Kurz und knackig, da der Wind überraschenderweise bis auf 22 Knoten auffrischte und zu allem Überfluss auch noch aus der richtigen Richtung kam. Schon wieder Glücksgefühle und strahlende Gesichter.
Schnell frisch gemacht und das Segeloutfit in Straßenkleidung getauscht, ging es von der ACI-Marina in der Altstadt von Split. Auf der Riva flanierten die Einheimischen, die Straßencafes waren größtenteils geöffnet und warteten auf Gäste. Unnötig zu erwähnen, dass man in Split genug Restaurants findet, die gut und um diese Jahreszeit günstig sind.
Für den Freitag Morgen hatten wir über das Touristoffice eine Stadtführung organisiert. "Marija" zeigte uns Ihre Heimatstadt und führte uns gekonnt und souverän durch den Palast und die Gassen. Nebenbei lernten wir, dass es in Split die hübschesten Mädchen Kroatiens gibt und dass die Krawatte aus Kroatien kommt. Kurz vor Ende der Führung erreichte mich die Sturmwarnung und der Kreis schließt sich.
Bleibt noch zu erwähnen, dass wir unser gemeinsames Abschussabendessen im Restaurant "ODMOR" sehr genossen haben.
Um 23 Uhr ging der Transfer wieder zurück zur Marina, wo wir uns zum "Absacker" noch in der Self-Service-Bar trafen. Bei Windstille und sternklarem Himmel ging es gegen 2 Uhr zurück an Bord.
Den Samstag Vormittag verbrachten wir bis zum Flughafentransfer bei Sonnenschein im T-Shirt an Deck. Die Freude wich der Trauer, um das Ende einer tollen Zeit.
Fazit: Es war eine kurzweilige und sehr harmonische Zeit. Das Ziel, dem Winter zu entfliehen ist voll aufgegangen. Nächstes Jahr wird es wieder heißen: "Wintersegeln in..., wer kommt mit"?
Allen Teilnehmern unseren allerherzlichsten Dank für die Teilnahme und das Miteinander. (Christian Zaloudek)
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