Griechenland von Corfu nach Athen

"Auf Abwegen..."

Durch den Golf von Patras und Korith nach Athen

Ein Törnbericht von Christian Zaloudek

Auf Abwegen. So könnte man dieses touristisch unberührte Segelrevier beschreiben. Die Golfe von Patras und Korith erstrecken sich in West / Ost Richtung und bilden die natürliche Grenze vom griechischen Peloponnes zum Festland.

Beginnen wir im Westen. Vom Ionischen Meer kommend, läuft man zuerst in den Golf von Patras ein. Namengebend ist die am südlichen Ufer gewachsene Hafenstadt Patras. Die Stadt ist eine der ältesten auf dem Peloponnes. Heute ist Patras auch die Größte. Durch die strategisch günstige Lage wurde Patras schwer umkämpft. Heute presentiert sie sich als Fähr- und Handelshafen. Als Segler sollte man Patras meiden. Städte dieser Art sind auf der ganzen Welt gleich. Wassersportler sind hier Fremdkörper. Schon von Kephalonia aus kann man die beeindruckende Bergwelt erahnen, die dieses Segelrevier beherrscht.

Die erste Übernachtungsmöglichkeit bietet sich im Hafen der kleinen Stadt (eigentlich Dorf) Mesolongion. Der Hafen liegt an der Nordküste, unmittelbar im Beginn des Kanals von Patras. Der Hafen ist seinerseits nur durch einen langen (2,5 sm), schmalen Kanal zu erreichen. Die Einfahrt des Fahrwassers zu finden ist nicht ganz einfach. Es bedarf schon einer guten Navigation. Vier große Hallen, die auf der Stb. Insel (Ns. Tourlis) der Einfahrt liegen geben eine gute Ansteuerungshilfe. Aber Achtung. Neben dem Fahrwassers ist es sofort flach. Der Ort bietet einige urige Tavernen. Das Fischrestaurant auf Insel Tourlis ist empfehlenswert. Frischwasser bekommt man aus einigen Wasserhähnen direkt am Hafen.

Kurz hinter Patras kommt man zur engsten Stelle des Kanals. Naturgemäß pulsiert hier das Leben. Auf beiden Ufern gibt es Fähranleger. Abwechselnd fahren hier die Fähren im Minutentakt. Also Lücke suchen und durch. Geeignete Häfen für Sportboote sind nicht vorhanden. Wenige Seemeilen weiter an der Nordküste liegt der schönste Hafen der gesamten Reise. Navpaktos. Er ist einfach unbeschreiblich schön. Leider oder zum Glück bietet der Hafen kaum Liegeplätze. Sollten Sie es schaffen einen freien Liegeplatz zwischen den Fischerbooten zu erwischen, werden Ihre Mühen belohnt. Notgedrungen kann man auch vor dem Strand ankern. Die Stadt bietet alle erdenklichen Versorgungsmöglichkeiten. Viele gute, preiswerte Restaurants, schöne Geschäfte, Banken, Post... Navpaktos ist auf dieser Reise ebenso ein Muß wie der spätere Kanal von Korinth.

Die Insel Trizonia (ca. 15 sm hinter Navpaktos) bietet sich ebenso zum Übernachten an. Hier findet man jedoch immer einen Liegeplatz. 1998 wurde ein neuer Hafen fertiggestellt. Der kleine Ort auf der Insel ist beschaulich und zeigt das Land als Postkartenmotiv. Alle Einwohner leben hier von Fischfang. Die vorgelagerten Buchten laden zum Bad ein. Weiter gehts Kurs Ost. Umschlossen von hohen Bergen passiert man die große Bucht von Itea. Hier findet man viele unberührte Buchten mit hunderten von schönen Ankerplätzen. Die Versorgungsmöglichkeiten sind jedoch mäßig.

Früher oder später muß man hin, zum Kanal von Korinth, daß Highlight der Reise. Die Häfen Kiaton und Korinth sind nicht zu empfehlen. Im Vorhafen vom Kanal kann man an einem kleinen Steg kurz festmachen. Über Kanal 16 sollte man zuvor den Kanalwärter ansprechen. Die Durchfahrt ist atemberaubend. 3 sm Länge. Bis zu 80 m hoch. Der Kanal ist nur als Einweg zu befahren. Die Durchfahrt erfolgt im Verband und ist durch Flaggen- und Lichtzeichen geregelt. Die Durchfahrt bei Nacht ist zweifellos am aufregensten. Der senkrechte Fels ist dann mit gelblichen Scheinwerfern angestrahlt. Nach der Durchfahrt muß man an der Steuerbordseite anlegen. Hier ist ein langer Betonsteg vorhanden. Im Kassenhaus muß man die Benutzungsgebühr entrichten. Die Erfahrung hat gezeigt, daß es hier keine einheitlichen Listen gibt. Nachts und außerhalb der Hochsaison ist die Durchfahrt günstiger. Sie beträgt für eine Segelyacht zwischen 120,- und 200,-EUR.

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